Wie man mit Tierbesitzern über maligne Tumorerkrankungen spricht, einschließlich Top-Fragen, die beantwortet werden müssen

Es ist nie einfach, Tierhalter/innen die Diagnose einer malignen Tumorerkrankung mitzuteilen. Sie müssen viele Informationen vermitteln, dem Tierhalter helfen, Entscheidungen zu treffen, ihn an einen Spezialisten verweisen und sich mit den unvermeidlichen negativen Emotionen und vorgefassten Vorstellungen auseinandersetzen, die die Fähigkeit Ihres Kunden trüben könnte, logische Entscheidungen zu treffen.

Glücklicherweise gibt es Daten, die Sie dabei unterstützen, mit Tierbesitzern über die Behandlung zu sprechen. Und wenn Sie einem Kunden helfen können, zu verstehen, wie sehr sein Haustier von der Tumorbehandlung profitieren wird und seine Erwartungen im Voraus steuern können, kann alles reibungsloser verlaufen.

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Dieser Artikel enthält Ergebnisse aus Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, die Sie im Gespräch mit Kunden verwenden können, die häufigsten Kundenfragen und -anliegen sowie empfehlenswerte Best Practices.

Wesentliche Elemente von Gesprächen über maligne Tumorerkrankungen

Zu den wichtigsten Überlegungen, die ein Tierarzt bei einer neuen malignen Tumordiagnose berücksichtigen muss, gehören:

  • Die Erwartungen des Kunden steuern und Ihre Empfehlungen gegebenenfalls mit Daten untermauern.
  • Sich bemühen, die Werte und Grenzen des Haustierbesitzers vor der Überweisung zu verstehen. Der Tierarzt hat das Vertrauen des Kunden und das Wissen über dessen Lebenssituation, das vor Behandlungsbeginn berücksichtigt werden sollte.
  • Sicherstellung, dass die Patientenbesitzer die wahrscheinlichsten Behandlungsergebnisse verschiedener Optionen verstehen.
  • Eventuelle Nebenwirkungen erkennen, den Kunden informieren und frühzeitig mit Medikamentengabe beginnen.
  • Lassen Sie den Patientenbesitzer wissen, dass es wichtig ist, Begleiterkrankungen weiter zu behandeln.
  • Aufrechterhaltung der regelmäßigen Vorsorge.
  • Die Besitzer an die allgemein positiven Ergebnisse der Chemotherapie erinnern.

Häufige Bedenken von Patientenbesitzern

Wenn Sie Antworten auf häufige Fragen oder Bedenken haben, die Ihre Kunden nach der Diagnose einer malignen Tumorerkrankung ihres Haustieres haben könnten, sind Sie im Vorteil – und wenn Sie Studien als Referenz vorweisen können, können Sie Ihre Kunden beruhigen

Wird sich die Lebensqualität meines Hundes durch die Tumorbehandlung verschlechtern?

In einer aktuellen Studie wurde die Wirksamkeit eines Fragebogens als neues Instrument zur Bewertung der Lebensqualität (Quality of life, QOL) bei Hunden, die eine Chemotherapie erhalten, untersucht. Im Rahmen der als "Canine Owner-Reported Quality of Life (CORQ)" bekannten Studie beantworteten Tierbesitzer Fragen zu Vitalität, Sozialverhalten, Schmerzen und Mobilität ihrer Hunde. Die Studie ergab, dass der Fragebogen ein geeignetes Instrument zur Messung der QOL ist, und stellte dabei fest, dass die meisten Hunde, deren Besitzer teilnahmen, während der Therapie immer noch 80%-90% ihrer Lebensqualität beibehielten.

Ich mache mir Sorgen über die Nebenwirkungen einer Chemotherapie.

Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte, dass Tierbesitzer zwar viele negative Nebenwirkungen erwarten, ihre tatsächlichen Erfahrungen mit Chemotherapie jedoch nicht mit ihren Erwartungen korrelierten.

Denken Sie daran, dass die meisten Haustierbesitzer die Vorstellung haben, dass die Lebensqualität ihres Haustieres während der Chemotherapie schrecklich sein wird. Daher ist es wichtig, ihnen zu versichern, dass Nebenwirkungen im Allgemeinen minimal sind. Und wenn sie auftreten, lassen sie sich in der Regel leicht behandeln.

Die meisten Menschen werden Fragen über Haarausfall haben. In einer Studie kam es bei etwa 20% der Hunde während der Chemotherapie zu Haarausfall und bei Hunden mit lockigem oder drahthaarigem Felltyp war die Wahrscheinlichkeit höher.

Im Allgemeinen sind die wichtigsten Überlegungen zur Lebensqualität während der Chemotherapie:

  • Gewichtsmanagement. Muskelabbau und Gewichtsverlust sind häufig.
  • Schmerzmanagement.
  • Verhaltensmanagement. Scheuen Sie sich nicht davor, Medikamente zur Behandlung von Angstzuständen während der Behandlung oder nach einer OP einzusetzen. Trazodon ist für viele Patienten eine gute Wahl, da es keine Hypotonie verursacht, sedierend wirkt und Angstzustände zentral steuert.

Die meisten Besitzer wünschen sich eine spürbare Verbesserung in Form von gutem Appetit, guter Energie, Interesse an Interaktion und fehlendem Schmerz.

Ich bin besorgt über negative Nebenwirkungen bei meiner Katze.

Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall sind einige der Hauptsorgen von Katzenbesitzern. Versichern Sie Ihrem Kunden, dass es ausgezeichnete Medikamente gibt, um die Toxizität von Chemotherapeutika zu mildern. Schnurrhaare fallen wahrscheinlich aus oder brechen ab während der Chemotherapie, aber Katzen können sich normalerweise ohne Schnurrhaare fortbewegen, bis diese nachwachsen.

Was soll ich meinem an einem malignen Tumor erkrankten Haustier füttern?

Es ist üblich, dass Tierhalter die Ernährung ihres Haustieres nach der Diagnose einer malignen Tumorerkrankung ändern. In einer unkontrollierbaren Situation konzentrieren sich Kunden auf das, was sie kontrollieren können – die Ernährung. Lassen Sie sie im Voraus wissen, dass das Auslassen einer Mahlzeit keine Krise ist, und sie sollten die Ernährung ihres Haustieres während der Chemotherapie nicht ohne Rücksprache mit Ihnen ändern.

Es ist am besten, eine konventionelle Diät zu empfehlen, typischerweise eine, die schmackhaft und kalorienreich ist, und Kunden zu raten, Rohkost aufgrund der Immunsuppression zu vermeiden. Im Allgemeinen möchten Kunden, dass der Tierarzt eine Futterempfehlung ausspricht, auch wenn es heißt: "Füttern Sie Ihre Katze normal weiter."

Ich bin besorgt, dass eine Amputation die Lebensqualität meines Haustieres beeinträchtigen wird.

Die Entscheidung für eine Amputation ist schwierig, aber nach dem Eingriff sind die meisten Tierhalter froh, dass sie sich dafür entschieden haben. Da das Tier die betroffene Gliedmaße in der Regel nicht benutzt, kommt es nach der Amputation und dem Abklingen der Operationsbeschwerden normalerweise zu keiner großen Veränderung seines Verhaltens.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass sich die meisten Hunde schnell von der Amputation der Hintergliedmaßen erholten und sich innerhalb von 10 Tagen an ihre neue Situation gewöhnen. Erinnern Sie Kunden daran, dass Hunde sich wohler fühlen, weil sie keine Schmerzen mehr haben.

Ähnlich Daten gibt es auch für Katzen. Eine Studie hat ergeben, dass fast 100% der Katzenbesitzer, die sich für eine Amputation entschieden haben, damit sehr gute oder gute Erfahrungen gemacht haben.

Ich bin besorgt über die Nebenwirkungen der Bestrahlung.

Laut einer Studie von 2019 ist die größte Sorge von Tierbesitzern in Bezug auf die Bestrahlung die Anästhesie. Lassen Sie Tierbesitzer wissen, dass das Maß an Betäubung, das für die Bestrahlung erforderlich ist, viel niedriger ist als das, was für eine Operation erforderlich ist.

Haustiere, die während mehrerer Strahlendosen weder essen noch trinken können, werden wahrscheinlich etwas an Gewicht verlieren. Raten Sie dem Kunden in solchen Fällen, mit einem Gewichtsverlust von 10% zu rechnen. Das Gewicht kehrt nach Beenden der Therapie in der Regel schnell zurück, und die Ernährung des Haustieres sollte nicht umgestellt werden.

Empfehlungen für Best Practices

Wenn Sie einen Kunden überweisen, ist es nicht nur wichtig, ihn vorzubereiten, sondern es ist auch entscheidend, Ihren Teil dazu beizutragen, einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen:

  • Senden Sie alle Unterlagen – möglicherweise verfügt Ihr Patientenportal sogar über eine Funktion zum Teilen von Laborergebnissen.
  • Halten Sie Ihre Kontaktdaten auf dem neuesten Stand.
  • Machen Sie sich mit der Tierklinik, an die Sie die Patienten überweisen, vertraut.
  • Bleiben Sie bei der routinemäßigen Gesundheitsvorsorge des Tieres mit eingebunden.
  • Bitten Sie vor umfangreichen/teuren Tests um Hilfe vom Spezialisten.
  • Teilen Sie dem Spezialisten Ihre Erkenntnisse über den Tierbesitzer und den Patienten mit.
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Wenn Sie mit Patientenbesitzern sprechen, bei deren Haustieren kürzlich eine maligne Tumorerkrankung diagnostiziert wurde, halten Sie diese Studien zur Hand, um Sie bei ihrer Suche nach Antworten zu unterstützen. Um mehr darüber zu erfahren, wie Sie mit Tierbesitzern über maligne Tumorerkrankungen sprechen können, besuchen Sie das IDEXX Learning Center.

Sarah Wooten
DVM, CVJ

Dr. Sarah Wooten machte ihren Abschluss 2002 an der UC Davis School of Veterinary Medicine und übernimmt heute eine Vorreiterrolle in den Bereichen Veterinärmedizin und Tiergesundheitsversorgung. Sie besitzt über 10 Jahre Erfahrung als Vortragsrednerin sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und verfasst Beiträge für eine große Zahl an Online- und Printpublikationen auf dem Gebiet der Tiergesundheit. Dr. Wooten arbeitet seit 2015 als Vortragende in der veterinärmedizinischen Weiterbildung und behandelt in dieser Rolle Themen wie Führungskompetenz, Kundenkommunikation und persönliche Entwicklung. Darüber hinaus ist Dr. Wooten eine zertifizierte Veterinärjournalistin, Mitglied der AVMA und besitzt 16 Jahre Berufserfahrung in einer Kleintierpraxis. Daneben ist sie eine der Entwicklerinnen des beliebten Kartenspiels „Vets against Insanity“. In ihrer Freizeit findet man sie beim Skifahren in Colorado oder beim Haitauchen in der Karibik. Keine halben Sachen. Weitere Informationen finden Sie auf drsarahwooten.com. Die in diesem Beitrag behandelten Ansichten und Standpunkte sind die der Autorin und spiegeln nicht zwangsläufig die Ansichten von The Vetiverse oder IDEXX wider.

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