Wie und wann man eine Ohrzytologie durchführen sollte: Die klinischen Anzeichen erkennen
Ständiges Kopfschütteln? Kratzen am Ohr? Übelriechender Ausfluss aus den Ohren? Dies sind häufige Gründe, warum Tierhalter/innen ihren Hund oder ihre Katze zum Tierarzt bringen, da sie offensichtliche Anzeichen einer Otitis externa (OE) sind – einer Entzündung des Ohrs, die Unbehagen und Schmerzen verursachen kann und unbehandelt chronisch werden oder zu schwerwiegenderen Komplikationen führen kann.
Die Ohrzytologie ist ein einfacher und wichtiger diagnostischer Test für diese Fälle. Darüber hinaus ist sie auch bei weiteren klinischen Anzeichen erforderlich und kann Informationen liefern, die über die reine Infektionsbehandlung hinausgehen. In diesem Artikel beleuchten wir, wann diese Untersuchung durchgeführt werden sollte, wie die Ergebnisse zu interpretieren und zu nutzen sind und welche Methoden zur Optimierung von Diagnostik und Behandlung zur Verfügung stehen.
Klinische Anzeichen, die auf die Notwendigkeit einer Ohrzytologie hinweisen
Die Zytologie sollte in allen Fällen von abnormalem Ohrenausfluss durchgeführt werden, um die Ursache der Infektion zu bestimmen. Zu den mit OE verbundenen Anzeichen gehören:
- Kopfschütteln
- Ohrkratzen oder -reiben
- Übelriechender oder starker Ausfluss aus den Ohren
- Alopezie am Ohrrand oder Vorhandensein von Follikelzylindern
- Erythem, Ödem, Lichenifikation und Hyperpigmentierung der Ohrmuschel
- Alopezie der Ohrmuschel
- Periaurikuläre akute feuchte Dermatitis
- Kopfneigung, Kreisen und Nystagmus (periphere vestibuläre Symptome)
Es ist auch wichtig, bei Ohren mit einer Vorgeschichte von OE eine Zytologie durchzuführen, um sicherzustellen, dass Infektion und Entzündung vollständig abgeklungen sind. Eine vollständige klinische Untersuchung sollte die Beurteilung der Ohrmuscheln sowie eine otoskopische Untersuchung beider Ohren umfassen.
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Die routinemäßige Untersuchung der Gehörgänge hilft, subtile Veränderungen in Menge und Beschaffenheit des Ausflusses, Entzündungen des Gehörgangs und die Unversehrtheit des Trommelfells zu erkennen.
Durchführung einer Ohrzytologie
Die Ohrzytologie ist ein einfacher diagnostischer Test, bei dem eine Probe mit einem Tupfer aus dem Bereich zwischen vertikalem und horizontalem Gehörgang entnommen und anschließend auf einem Objektträger ausgestrichen wird. Eine Wärmefixierung ist nicht erforderlich. Der Objektträger wird mit einem handelsüblichen Schnellfärbeset gefärbt und unter dem Mikroskop ausgewertet. Abhängig vom Arbeitsablauf und der Personalsituation kann dieser Prozess mehrere Minuten in Anspruch nehmen, und es ist möglich, dass kein geschultes Personal zur Interpretation zur Verfügung steht.
Neue Technologien in der Zytologie, darunter Analysegeräte mit quantitativen Ergebnissen in Echtzeit, können diesen Prozess beschleunigen. Diese Analysegeräte übernehmen die Verarbeitung und Interpretation der Zytologie – ohne Objektträger und Färbung – und sparen damit Zeit für das Praxisteam, während standardisierte Berichte für die Patientenakte erstellt werden.
Verwendung von Ergebnissen der Ohrzytologie
Die Ohrzytologie liefert Informationen über die im äußeren Gehörgang vorhandenen Organismen und entzündlichen Zellen. Dazu gehören typischerweise Malassezia, Staphylococcus und in einigen Fällen Corynebacterium oder Pseudomonas. Obwohl viele Behandlungsoptionen für OE in ihrer Zusammensetzung ähnlich sind (z. B. Antibiotika, Antimykotika oder Kortikosteroide), hilft die Identifikation dieser Organismen dabei, geeignete ergänzende Maßnahmen zu bestimmen und die Prognose einzuschätzen.
Ergänzende Behandlungen können systemische Antimykotika, Kortikosteroide oder Ohrspülungen bei eitriger Malassezia-OE umfassen. Bei Pseudomonas-Infektionen können zusätzlich Produkte mit biofilmreduzierenden Eigenschaften und Ohrspülungen erforderlich sein. Die Prognose reicht von sehr gut bei nicht entzündlicher Malassezia-OE bis vorsichtig bei brachycephalen Hunden mit multiresistenter Pseudomonas-OE.
Die Identifikation der Organismen liefert auch Hinweise darauf, wie wahrscheinlich eine Progression zu einer Otitis media (OM) ist. Pathogene wie Pseudomonas können das Trommelfell schädigen und zur OM führen, weshalb eine intensive Behandlung und sorgfältige Überwachung erforderlich ist.
Durch den Einsatz innovativer und automatisierter Technologien können Tierärzte die Zytologie schneller durchführen und genauere Ergebnisse erzielen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Identifikation und Diagnose der OE und trägt dazu bei, dass Patienten die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt erhalten.